Cluster · Lebensgrundlagen
Ökologischer Landbau in Wandela — die ersten Bäume stehen.
Ende November 2023 haben wir mit dem Permakultur-Experten Bernhard Gruber und seinem Bruder Martin drei Tage lang auf unserem Grundstück in Wandela gearbeitet. 15 Frauen aus dem Ort, zwei Retentionsgräben, rund 100 Jungbäume — und ein Boden, der jetzt das Wasser hält, statt es abfließen zu lassen.
Worum es geht
Ökologischer Landbau heißt, im Einklang mit den vorhandenen kulturellen und natürlichen Ressourcen zu wirtschaften — Lebens- und Ernährungsgrundlagen langfristig zu sichern, statt sie zu erschöpfen. Entscheidend sind Boden, Wasserhaushalt und Klima. In Wandela, mit dem 5.000-Quadratmeter-Grundstück direkt neben dem Brunnen, haben wir die passende Fläche.
Vorbereitung mit der Frauengruppe
In der Baumschule von Mzee Mustafa wählten wir rund 100 Jungbäume aus: Avocados, Mangos, Granatäpfel, Neembäume. Anschließend trafen wir uns mit der 15-köpfigen Frauengruppe in Wandela. Bei der Vorbesprechung ging es um Ablauf, Prinzipien der Permakultur — und um die eigenen Erfahrungen der Frauen. Großes Interesse an den Methoden, klare Fragen, viel Bereitschaft mitzumachen.
Drei Tage Arbeit, Regen, harter Boden
Im Mittelpunkt: zwei Retentionsgräben quer über das Grundstück. Sie halten Regenwasser zurück, das sonst oberflächlich abfließen würde. Das Wasser sickert in den Boden, Erosion sinkt, der Boden bekommt mehr Feuchtigkeit für die Trockenzeiten. Gleichzeitig bieten die Dämme Raum für neue Bepflanzung und fördern die Biodiversität.
Mit Hacken, Spaten und Schaufeln ging es los. Der Boden war hart und schwer zu bearbeiten, der Regen erschwerte die Arbeit zusätzlich. Die Frauen aus Wandela trugen drei Tage lang das Gros der körperlichen Arbeit. Theresia und Happy kochten täglich für die ganze Gruppe — in einem großen Tontopf, über offenem Feuer, oft im Regen.
Der Regen war herausfordernd, machte aber auch sichtbar, wie gut die Gräben funktionierten: Schon während der Arbeit sammelte sich Wasser dort, wo es später versickern sollte.
Pflanzung
Am letzten Workshoptag konnten die Jungbäume aufgrund des Wetters nicht mehr gepflanzt werden. Die Frauen übernahmen das am vierten Tag. Mzee Mustafa gab ihnen eine deutliche Botschaft mit:
„Pflegt die Bäumchen wie eure eigenen Kinder, dann werden sie wachsen und euch Früchte schenken."
Die Rückfahrt nach Bassotu war auf den aufgeweichten Straßen hart — die Motorradfahrer Gidayin, Gisamo und Amos brauchten das Dreifache der üblichen Zeit. Ein Teil der Bäume wächst, einige haben den Start nicht geschafft. So ist es.
Wohin der Garten wachsen soll
- Instandsetzung des 2. Brunnens mit Solarbetrieb, Tröpfchen-Bewässerung
- Gemüseanbau zum Eigenverzehr und Verkauf
- Anbau von Faser- und Färbepflanzen
- Agroforst: Obst- und Nutzholzbäume zur Wiederherstellung des natürlichen Regenkreislaufs
- Gründung einer Frauenkooperative — Schulungen in ökologischem Landbau und Heilpflanzenanbau
- Workshops „natürliche Medizin in den Tropen" (Seifen-, Öl- und Arzneimittelherstellung)
- Bienenhaltung zur Honiggewinnung und für Apitherapie-Produkte
Galerie
Drei Tage Permakultur







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